Interview (Teil 2) mit Matthias Kaiser, dem Stadtverbandsvorsitzenden der SPD in Lage

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Interview (Teil 2) mit Matthias Kaiser, dem Stadtverbandsvorsitzenden der SPD in Lage

Hallo Matze, beschreib bitte deine verschiedenen beruflichen Stationen bei der SPD.

Meine berufliche Karriere begann bei Ute Schäfer, für die ich, nach ihrer Zeit als Ministerin, eine Zeit lang tätig war. Nach ihrem Karriereende kandidierte dann Ellen Stock als ihre Nachfolgerin für den Landtag. Da ich Ellen schon lange aus dem SPD-Ortsverein Waddenhausen kannte, haben wir zusammen Ideen entwickelt und ich habe bei ihrem Wahlkampf geholfen. Als sie mich nach ihrem Einzug in den Landtag fragte, ob ich für sie arbeiten möchte, habe ich natürlich sofort „ja“ gesagt. Ich bin also seither ihr Mitarbeiter und genieße die direkten Einblicke in die „große“ Politik.

Vor etwa einem halben Jahr ergab sich für mich die Möglichkeit, den Wahlkampf für die Kreis-SPD und unseren Landrat Dr. Axel Lehmann zu betreuen. Auch diese Chance habe ich mir nicht entgehen lassen, weil ich Spaß an der Politik habe und denke, dass ich das gut kann. Es war nach meinem Studium der richtige Schritt und seither arbeite ich in Vollzeit für die SPD.

Das bedeutet, dass du derzeit zwei Stellen bei der SPD hast – einmal bei Ellen Stock und einmal bei der SPD-Lippe.

Genau. Ich bin auf der einen Seite Angestellter von Ellen Stock. Auf der anderen Seite bin ich formal bei der NRW-SPD angestellt und der Lippe-SPD zugeordnet, und hier arbeite ich auch. Das größere Stundenkontingent liegt allerdings ganz klar bei der NRW-SPD.

Seit wann bist du in der SPD?

Schwierige Frage (lacht). Ich bin mit der SPD groß geworden und habe sie in unserer Familie von klein auf erlebt. Mein Vater kandidierte schon 2004 für den Bürgermeisterposten in Lage. Ich habe ihm schon damals bei seinem Wahlkampf geholfen, beispielsweise habe ich seine Homepage erstellt und ihn zu vielen Veranstaltungen begleitet. Auch wenn die Wahl damals nicht erfolgreich war, bin ich halt immer drangeblieben und dann während meines Studiums in die Partei eingetreten, ungefähr mit 23 Jahren.

Beschreibe bitte deine Tätigkeit für Ellen Stock.

Für Ellen Stock bin ich Wahlkreismitarbeiter und für die Städte Lage, Bad Salzuflen, Leopoldshöhe und Oerlinghausen zuständig. Ich bin für Anfragen, Kommunikation und Veranstaltungen zuständig. Zweitens informiere ich sie darüber, was lokal passiert. Sie ist viel im Düsseldorfer Landtag unterwegs und kann natürlich nicht alles wissen. Beispielsweise kommen Anfragen nach einem bestimmten Radweg oder nach anderen Dingen vor Ort – und sie benötigt genau diese Informationen, um darauf reagieren und antworten zu können. Ich sammele diese Informationen, fasse sie zusammen und halte sie so auf dem Laufenden.

Beschreibe bitte deine Tätigkeit für die SPD-Lippe.

Ich koordiniere den Wahlkampf der einzelnen Stadt- und Gemeindeverbände, kümmere mich um Fragen, Anregungen usw. und kümmere mich um den Wahlkampf von Axel Lehmann. Wir treffen uns regelmäßig in kleiner Runde und sprechen über alle wichtigen großen und kleinen Dinge.

Zusätzlich dazu halte ich über das Büro Kontakt zu dem Landrat, unseren drei Landtagsabgeordneten und dem SPD-Kreisverband Geschäftsführer Rainer Brinkmann. So bin ich in alles involviert und weiß über alles Bescheid.

Nicht zuletzt besteht Politik immer viel aus Tagesgeschäft. Was ist los in den einzelnen Kommunen und SPD-Verbänden, was passiert im Kreis, was macht der politische Mitbewerber? Was ist los im Land und wie ist die Beschlusslage dort? In der letzten Zeit hatten wir natürlich viel mit Fragen rund um die Coronakrise zu tun. Ich muss immer auf dem aktuellen Stand sein. Kommunal-, Kreis- und Landespolitik hängen sehr eng zusammen. Alles muss zusammengefügt werden und natürlich müssen wir am Ende dafür sorgen, das alles dem Bürger vor Ort verständlich zu machen.

Inwieweit hatte die Coronakrise Einfluss auf deine Arbeit?

Massiv! Wir waren sehr überrascht, wie stark es uns beeinflusst hat. Wir waren viel im Home-Office, mussten sogar schließen und Betriebsurlaub nehmen. Es gab eine lange Zeit überhaupt keine politischen Themen mehr – außer Corona. Das betraf alle politischen Ebenen. Der Wahlkampf war schwer zu organisieren und die damit verbundene Planungsunsicherheit wird uns noch lange begleiten. Der Wahlkampf hat dadurch seinen Charakter sehr geändert, er ist sehr spontan geworden, wir müssen dynamisch reagieren und alles in der Schublade haben. Vor Corona waren Wahlkämpfe gut durchgeplant, jetzt ist das nicht mehr möglich.

Würdest du dich als Politikprofi bezeichnen?

Meiner Meinung nach ist man erst nach vielen Jahren im Geschäft ein richtiger Profi. Aber ich beschäftige mich sehr intensiv mit Politik und würde mich deshalb eher als Semi-Profi bezeichnen. Politik hat viel mit Erfahrung und Netzwerken zu tun – und daran arbeite ich natürlich.

Vielen Dank, Matze. Ich wünsche dir viel Erfolg und bleib gesund!

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