Koalition beerdigt mit Unterstützung der AFD Bewegungspark in Heiden

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Koalition beerdigt mit Unterstützung der AFD Bewegungspark in Heiden

Die Koalition aus Grünen, CDU und FDP beerdigt mit Unterstützung der AFD eine große Chance für den Lagenser Breitensport

2018 hat der Lagenser Rat auf Antrag der CDU beschlossen, dass der Ortsteil Heiden statt eines großen Kunstrasenplatzes nur ein Kleinspielfeld bekommen soll. In Folge dieses Beschlusses hat die Stadt Lage Grundstücksflächen aufgekauft.

Nunmehr ergab sich die Möglichkeit, das Kleinspielfeld in Heiden über Fördermittel aus dem Leader-Förderverfahren zu finanzieren. Dazu ist das geplante Kleinspielfeld mit weiteren Elementen zu einem öffentlichen Bewegungspark erweitert worden. Aus Sicht der SPD führt das zu einer weiteren Verbesserung der Nutzung, da der Platz nun nicht nur vom TuRa Heiden, sondern auch von Nicht-Vereinsmitgliedern hätte genutzt werden können.

Die Verwaltung der Stadt Lage hatte einen entsprechenden Förderantrag vorbereitet und eine entsprechende Beschlussvorlage für die kommende Hauptausschusssitzung erstellt. Dieses Vorgehen wurde vom SPD-Ortsverein begrüßt und als wichtiger Schritt zur Unterstützung der Spiel- und Trainingsmöglichkeiten des TuRa Heiden und als tollen Impuls für die nicht vereinsgebundenen Jugendlichen und Familien in Heiden angesehen.

In der Ratssitzung am 10.06.2021 ereignete sich nun Unglaubliches: Die Koalition hat die Beschlussvorlage zur Errichtung von Kunstrasenplätzen bzw. Kleinspielfelder gefasst einfach vom Tisch gefegt.

Konkret geht es um den durch die Verwaltung der Stadt Lage vorbereiteten Förderantrag zum „Bewegungspark Siekbach“ in Heiden. Teil dieses Bewegungsparks wäre ein Kleinspielfeld gewesen, das dem Verein TuRa Heiden deutlich mehr Flexibilität durch eine witterungsunabhängige Nutzung gewährleistet hätte. Die Attraktivität des Vereins und damit des Breitensports gerade für die Jüngeren wäre deutlich gestiegen.

Nachdem man in der Ratssitzung erst die Anträge für ein Jugendcafé mit jährlichen Kosten in Höhe von über 50.000 € und die Sanierung der Stadtwaldhütte für 135.000 € (davon rund 90.000 Euro LEADER-Mittel) beschlossen hatte, war der Beschluss zum Förderantrag Bewegungspark in Heiden, mit einer LEADER-Fördersumme in Höhe von 250.000 € und jährlichen Kosten von 14.000 € nicht mehr mehrheitsfähig. Grund dafür ist laut Koalition angeblich, dass man sich genau dieses Projekt vor dem Hintergrund der erforderlichen Haushaltskonsolidierung nicht mehr leisten wolle.

Anscheinend fühlte man sich an frühere Beschlüsse und die damit verbundenen Versprechen für die Heidener Bürgerinnen und Bürger nicht gebunden. Durch diese Entscheidung der Koalition mit AfD-Unterstützung werden nicht nur 250.000 € Fördermittel verschenkt. Die Arbeit der Verwaltung über 3 Jahre hinweg war umsonst. Die Stadt Lage sitzt jetzt auf einem eigens dafür erworbenen Grundstück (Erwerb im Jahr 2019 übrigens einstimmig beschlossen), das langfristig keiner Verwendung zugeführt werden kann. Die Versprechen, die man auch anderen Ortsteilen zu Kunstrasen-Kleinspielfeldern gegeben hat, dürften mit dieser Beschlusslage nicht mehr zu erfüllen sein. Die SPD fragt sich, ob diese Versprechen der Koalitionäre möglicherweise nur für den Wahlkampf wichtig waren?

Nicht nur für die Heidener Vereinsarbeit und den tollen Einsatz des Ehrenamtes – gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise – ist dies ein Schlag ins Gesicht. Die Heidener Bürgerinnen und Bürger sollten vor diesem Hintergrund daran denken, dass der Antrag auch von den in Heiden ansässigen oder kandidierenden Ratsmitgliedern der Fraktionen CDU, Grüne und AFD nicht unterstützt wurde.

Es bleibt zu fragen, was es jetzt an weiteren Plänen für den Breitensport, die Jugend und für die Dorfgemeinschaft gibt, außer „in den nahen Wald zu gehen“, was nach Ansicht einer Stimme aus der Fraktion der Grünen für die Heidener vollkommen ausreichend sei.

Foto von links: Inge Plöger-Greive (SPD OV-Vorsitzende Heiden), Kurt Kalkreuter (Kreistagsmitglied), Stefan Reese, Oliver Müller (Ratsmitglied), Markus Kahle, Barbara Kalkreuter auf der nun nutzlos gewordenen Fläche

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